Arbeitssicherheit

Verantwortliche Akteure

„Es passiert schon nichts“: Diesen Satz bekommt man oft zu hören, von Arbeitgebern, aber auch von Angestellten. Doch es passiert eine ganze Menge: In der Schweiz sterben jährlich etwa 100 Menschen bei Arbeitsunfällen. Also 2,3 Todesopfer auf 100'000 Vollbeschäftigte. Deutschland und Frankreich weisen mit 2,0 resp. 1,9 Todesopfern bessere Zahlen auf. Spitzenreiter ist England mit nur 1,4 Todesopfern pro 100'000 Vollbeschäftigte. Diese Zahlen zeigen, dass in der Schweiz weitere Anstrengungen zur Verbesserung der Arbeitssicherheit nötig sind. 1

Allgemeine Informationen

Für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz trägt der Arbeitgeber die Gesamtverantwortung, der Arbeitnehmende die Ausführungsverantwortung. Der Arbeitgeber hat für Organisation und Arbeitsplatzgestaltung sowie Kommunikation und Schulung im Zusammenhang mit dem Arbeitsschutz Sorge zu tragen. Er kann die Fachverantwortung an Spezialisten der Arbeitssicherheit übertragen und Sicherheitsbeauftragte (SIBE) einsetzen. Arbeitnehmer müssen ihre Arbeitgeber in Sachen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz unterstützen, Weisungen befolgen, Mängel beheben oder ihren Vorgesetzten melden, nüchtern sein und sich und andere nicht gefährden sowie die persönliche Schutzausrüstung (PSA) benützen. Gerade hier sind mangelndes Verständnis und fehlende Einsicht häufig die Gegenspieler des Arbeitsschutzes in der Veranstaltungstechnik. Bei der SUVA existiert lediglich ein branchenspezifisches Factsheet für den Bereich Rigging; weitere Publikationen zum Thema Arbeitssicherheit müssen aus anderen Bereichen bezogen bzw. abgeleitet werden. Oft arbeiten verschiedene Unternehmen (Pyrotechnik, Bühnenbau, Veranstaltungstechnik, Dekorationsbau usw.) an einem Projekt. Absprachen in Bezug auf Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz müssen zwischen den Unternehmen und Dritten getroffen werden (Art. 9 VUV, Art. 8 ArGV 3). Das heisst, die Unternehmen sind verpflichtet, sich untereinander abzustimmen, dies gilt auch für selbstständige Freelancer. So ist etwa die Bereitstellung der persönlichen Schutzausrüstung Sache der einzelnen Unternehmen bzw. der selbstständigen Freelancer.

1 Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit EKAS – Safe at Work

2 SUVApro – Welches sind Ihre Pflichten auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes?

Zusatzinformation: Medientechnik, Veranstalter/Agentur

Um Kosten zu sparen, werden auf Veranstaltungen auch Volontäre, freiwillige Helfer oder branchenfremde Kräfte (z. B. Gastronomie-Mitarbeiter helfen Veranstaltungstechnikern beim Bühnenbau) eingesetzt. Dieser Personenkreis ist selten mit Arbeitsabläufen und arbeitsspezifischen Gefährdungen vertraut und verfügt in der Regel nicht über eine persönliche Schutzausrüstung wie etwa Sicherheitsschuhe und Arbeitshandschuhe. Hier stellt sich die grundsätzliche Frage, inwieweit es zu verantworten ist, die genannten Personen überhaupt für branchenfremde bzw. ihnen unbekannte Tätigkeiten einzusetzen.

Zusatzinformation: Deutschland

Es ist ratsam, sich vor einem beruflichen Auslandaufenthalt über die geltenden Vorschriften und Regeln der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes zu informieren. In Deutschland ist die Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) für die Betriebe der Veranstaltungstechnik (VAT) zuständig. Die Kontrollen seitens der Berufsgenossenschaft aber auch die eigenen Kontrollen in den Betrieben sind im Bereich VAT strenger als in der Schweiz. Auf der Website der VBG finden sich zahlreiche Regelwerke im Zusammenhang mit der Veranstaltungstechnik.

Einige Bezeichnungen wurden im Mai 2014 geändert, so heisst beispielsweise die BGV C1 neu DGUV-Vorschrift 17. Eine Transferliste für die wichtigsten Publikationen findet sich unter Links extern. Weitere fachspezifische Auskünfte gibt der Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik (VPLT). Über das Allgemeine Arbeitsschutzrecht kann mann sich bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) informieren.

TA 2015

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