Brandschutz

Blitzschutz bei Open-Air-Events

Blitze sind elektrische Entladungen, z. B. zwischen Wolken und der Erde. Blitze können direkt oder indirekt auf Menschen einwirken, der Stromfluss oder andere mittelbare Auswirkungen können tödliche Folgen haben. Ebenso können technische Geräte geschädigt oder zerstört werden. Nicht mehr funktionierende Infrastruktur (Beleuchtung, Beschallung) zieht im Eventbereich weitere negative Auswirkungen nach sich.

Allgemeine Informationen

Bei Gewittern mit Blitzen können folgende Personengefährdungen entstehen:

  • Direkter Einschlag
  • Blitzüberschlag (z. B. von einem Baum in bis zu 10 Metern Entfernung)
  • Berührungsspannung (z. B. durch Berühren von metallenen Zeltstangen, Blitzableitern, Masten)
  • Schrittspannung (kugelförmige Ausbreitung der elektrischen Energie; bis 30 Meter und weiter entfernt kann der Untergrund unter Spannung stehen)
  • Explosion und Brand
  • Folgeerscheinungen wie Angst, vereinzelt panische Reaktionen


Schutzmassnahmen bei Veranstaltungen im Freien und in Zeltbauten:

  • Der Veranstaltungsbereich wird in verschiedene Risikozonen unterteilt. Unter einem Baum ist das Risiko, von einem Blitz getroffen zu werden, deutlich höher als in einem Zelt.
  • Mittels eines Blitzgefahren-Plans können die Risikobereiche grafisch verdeutlicht werden. Spätestens jetzt sollte der Zuzug einer Blitzschutz-Fachkraft in Erwägung gezogen werden.
  • Im Allgemeinen als sicher gelten geteerte, betonierte und gepflasterte Flächen.
  • Objekte mit Blitzableitern gelten im Freien in Abhängigkeit ihrer Höhe und einem gegebenen Maximalabstand zwischen Personen und Objekt als Schutzbereich.
  • Gebäude mit Blitzschutz-Systemen gelten als sicher.


Ab 300 Personen ist eine Blitzschutzvorrichtung bei Fahrnisbauten vorzusehen. Diese kann bei Zelten durch einen mindestens 80 cm langen Erdnagel an jedem Fuss, bei Bühnen mit vier Erdnägeln realisiert werden. Zeltblachen gelten als nicht isolierend, deshalb gelten Zeltbauten weiterhin als Blitzschutzsystem. Blachen müssen schwer entflammbar sein. Zelte ohne Böden (direkter Kontakt zum Erdreich) gelten beim Blitzschutz als nicht vorhersehbar. Holzböden mit einer mindestens 10 cm hohen Unterkonstruktion, isolierende Böden, Kassetten- und vollständig geerdete, metallene Böden gelten als sicher.

Zusatzinformation: Sicherheit

Bereits vor einer Veranstaltung sollten im Sicherheitskonzept Witterungseinflüsse wie Gewitter und Blitz in einer Risikoanalyse eingeordnet werden. Organisationsstruktur und Weisungsbefugnisse sollen auf Ereignisse wie Veranstaltungsabsage, Unterbrechung, Fortführung vorbereitet sein. Wetterdaten sollen über die offiziellen Stellen bezogen werden. 1

1 VDE – Blitzschutz bei Veranstaltungen und Versammlungen

TA 2015

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