Crowd Management

Besucherverhalten

Das Verhalten der Besucher auf einer Veranstaltung hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab: den örtlichen Umständen, dem Wissensstand der Besucher und den persönlichen Motiven.

Allgemeine Informationen

Die Örtlichen Umstände gestalten wir u.a. durch bauliche und gestalterische Massnahmen. Dabei sind neben Ein-/Auslassbereichen und Besucherführung, auch die Attraktivität eines Ortes entscheidend. Wenn der Auftritt des „insgeheimen Headliners“ versehentlich auf einer zu kleinen Bühne/ Publikumsfläche eingeplant wurde, kann dies schnell zu ungewollten Überfüllungen in diesem Bereich führen. Natürlich kann, sofern Abgrenzungen zum übrigen Veranstaltungsbereich vorhanden sind, der Zustrom an den Eingängen dieses Bereichs kontrolliert werden. Gut möglich ist jedoch, dass das Problem dadurch nur verlagert wird. Die örtlichen Umstände setzen sich also aus Baulichen und Organisatorischen Massnahmen zusammen. Bauliche Änderungen, wie das Schaffen von mehr Fluchtwegskapazitäten, kann sehr kostenintensiv werden. Den Wissenstand der Besucher hingegen kann man „Relativ“ einfach beeinflussen. Beispielsweise besteht die Möglichkeit bei unbekannten Terrain, Open Air Veranstaltungen, neuen Locations und Publikum von Auswärts die Besucher im Vorfeld über die örtlichen Gegebenheiten informieren. Diese Informationen könnten beinhalten: keine Parkplätze vorhanden/ Anreise via ÖV empfohlen, Fußmarsch zum Veranstaltungsgelände ….Min. , Mit extremer Witterung ist zu rechnen (Sonne/ Regen),  Ankunft mindestens …. Min. vor Veranstaltungsbeginn, um die Einlasskontrolle rechtzeitig vor Veranstaltungsbeginn zu passieren. usw. 
Kommunikationskanäle können z.b. sein: Presse, Website, Ticketing, Flyer, Programmhefte, auf dem Veranstaltungsgelände selbst (Beschilderung, Hinweise, Platzanweiser, Security etc.). Die Kommunikation mit dem Publikum ist ein fortlaufender Prozess, der sich an die Gegebenheiten anpassen sollte. In einem Notfall ist die Akzeptanz seitens des Publikums bei einer persönlichen Ansprache durch eine vertraute Person, wie beispielsweise dem Moderator, höher, als bei einer Ansage aus dem off oder einer „Tonbandaufnahme“. Letztere stellt aber auch ein sinnvolles Backup dar, falls der Moderator im Ereignisfall nicht mehr erreichbar ist. Die Persönlichen Motive können von „normalem“ Fanverhalten, über Störabsichten bis hin zu Terorranschlägen reichen. „Gewinne/ Belohnungen produzieren unkooperatives Verhalten“ 1 Unkooperatives Verhalten der Besucher wird durch sogenannte Belohnungssituationen herbeigeführt. Das Beispiel „Freibier für alle“ kennt jeder. Wenn jetzt auch noch der Ort und der Zeitraum für ein solches Geschehen die Platzverhältnisse zusätzlich verengen, kann es erst recht zu gefährlichen Personendichten im Ausschankbereich kommen. Weitere Beispiele sind Autogrammstunden, Verteilen von Geschenken, insbesondere bei begrenzter Stückzahl und begrenztem Zeitfenster.

 

Dr.-Ing. Christian Rogsch - Simulationsgestützte Entfluchtungsanalysen – Grundlagen, Handrechnungen, Richtlinien

Zusatzinformation: Sicherheit

Eine offiziell zulässige Personendichte bewegt sich je nach Art und Ort der Veranstaltung zwischen Ein und vier Personen pro Quadratmeter. 1 4/5 Personen pro Quadratmeter können sich nur noch eingeschränkt bewegen. Die auftretenden Kräfte können bedingt kompensiert werden.

6/7 pro qm: fast kein Bewegungsspielraum. Das „Auspendeln“ der auftretenden Kräfte wird deshalb unmöglich. Ein Ausfallschritt wird begrenzt. Die entstehenden Kräfte werden an benachbarte Personen weitergegeben (Wellenbewegung)

8 pro qm: Theoretisch mögliche (aber u.U. Lebensgefährlich) Personendichte in einer Masse. Wird aber nur durch „Quetschen“ und Schrägstellen“ erreichbar. Zusätzlich muss Druck von aussen auf die Menschen einwirken und ein Ausweichen nicht möglich sein. 2

1 Brandschutzrichtlinie - Flucht und Rettungswege/ 16-15 de, 3.5.2 Personenbelegung

2 Dr.-Ing. Christian Rogsch - Simulationsgestützte Entfluchtungsanalysen - Grundlagen, Handrechnungen, Richtlinien

TA 2015

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