Crowd Management

Grundlagen Crowd Management

„Crowd Management ist die systematische Planung und proaktive Umsetzung der räumlichen Organisation von grossen Menschen-Ansammlungen auf Basis kontinuierlicher Überwachung und Analyse der Massenbewegungen und Gruppendynamiken mit dem Ziel der Sicherung, des Schutzes und des Erhalts des Wohlbefindens aller Anwesenden und Beteiligten.“ 1

Allgemeine Informationen

Crowd Management, welches zu Deutsch auch Publikums-Sicherheits-Management genannt werden könnte, beschreibt laut Christian Brauner die Steuerung (nicht Kontrolle) von Menschenmassen. Daraus ergeben sich zwei völlig verschiedene Teilaufgaben:

  1. Beeinflussung des Verhaltens von Menschenmassen
  2. Beeinflussung der Bedingungen für das Verhalten einer Menschenmasse

Aufgabe 1 ist schwierig zu lösen
Wie soll eine Masse beeinflusst werden, wenn es doch schon so schwierig ist, Einzelne zu beeinflussen?
Aufgabe 2 ist vergleichsweise einfach zu Lösen, wird aber oft nicht als Aufgabe bzw. Gestaltungsmöglichkeit wahrgenommen. 2

Um geeignete Bedingungen zu schaffen, muss zunächst das zu erwartende Publikum und damit dessen Verhaltensmuster bekannt sein. Jedem ist bewusst, dass es einen erheblichen Unterschied zwischen dem Publikum eines Klassikkonzerts und jenem eines Boygroup-Konzerts gibt. Das bedeutet nicht, dass eine von beiden Veranstaltungsarten gefährlicher wäre als die andere, sondern dass aufgrund einer Risikoanalyse verschiedene dem jeweiligen Publikum entsprechende Massnahmen erforderlich sein können.

Es gibt verschiedene Parameter, die in Kombination die beste Wirkung entfalten:

  1. Information des Publikums vor der Veranstaltung über Social Media, Printmedien, Veranstalter-Website etc. (z. B. angemessene Kleidung bei Open Air, beschränkter Parkraum, Anreise via ÖV, Zu- und Abwege, Geländeplan usw.). 
    Information des Publikums während der Veranstaltung (am Eingang) über Pläne, Verhaltensregeln, Programmablauf usw. sowie auf dem Veranstaltungsgelände via Ausschilderung über Toiletten, Informationsstand, einzelne Veranstaltungsräume/-bereiche, Verpflegungsstände etc.
  2. Organisatorische Massnahmen
    Zutrittskontrolle am Eingang, Besucherzählung, Festsetzung maximaler Besucherzahlen, Beobachten der Personenströme, Berechnen der zu erwartenden maximalen Personendichte via Simulation etc.
  3. Räumliche Gestaltung
    Dimensionierung der Fluchtwege, Abschranken von Gefahrenbereichen, Wellenbrecher etc. Räumliche Begrenzungen können im Ereignisfall vom Schutz (unbefugter Zutritt) zum Hindernis werden. Ein umgestürzter Bauzaun beispielsweise kann zum tödlichen Hindernis für flüchtende Personen werden. Mit Gittern versehene Notausgänge müssen deshalb immer dauerhaft mit Personal oder mit automatischen Öffnern versehen werden.

1 Simon Runkel und Jürgen Pohl: Crowd Management als Planungsaufgabe: eine sozialgeographische Perspektive auf Masse und Raum bei Großveranstaltungen, S. 191

2 Christian Brauner – Risk Management    

TA 2015

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