Circus Monti AG, Wohlen

Johannes Muntwyler von der Circus Monti AG berichtet über Prüfungen, Bewilligungen und seine Erfahrungen im Bereich Arbeitssicherheit. Mit dem Circus Monti geht er neue Wege: Er übernahm die Zeltvermietung Nock, kürzte die Tournee und rief ein Varieté-Programm ins Leben.

Wie sieht die Geschichte des Circus Monti aus?

1985 startet der Circus Monti nach vorangegangenen Gastauftritten mit seinem eigenen Programm. Schon die erste Saison wird für damalige Verhältnisse ein Erfolg. Tiere, Artistik und Humor sind schnell fester Bestandteil des Programms. Über die Jahre werden verschiedene Konzepte entwickelt. Circus wird mit Theater kombiniert, singend, musizierend wird durch das Programm geführt. Theaterleute, Bildhauer, Karikaturen und Gedichte inspirieren die Vorstellungen.

Als erster Schweizer Circus erwirbt der Circus  Monti 2005 eine neue Zeltanlage, die die EU-Sicherheitsnormen erfüllt.

Das Licht wird ab 2001 durch die branchenbekannten Hände Christoph Siegenthalers designt.
Anfang 2015 übernimmt die Circus Monti AG die Circus und Zeltvermietung Alfredo Nock AG und gehört neu mit über 40 Zelten zu den führenden Circuszeltvermietungen Europas.

Als weitere Veränderung fällt die Monti-Tournee 2015 erstmals kürzer und konzentrierter aus, dauert von August bis November und führt den Circus neben Wohlen AG in acht Städte der Deutschschweiz.

2015 öffnet während der Wintermonate erstmals Monti’s Varieté in Wohlen AG seine Pforten. Eine eigens kreierte Inszenierung im bekannten Monti-Stil sorgt für einen rundum gelungenen, festlichen Abend. Wegen der grossen Nachfrage nach Plätzen wird kurzfristig eine Zusatzvorstellung angesetzt. Das Varieté wird seither fortgesetzt.

Was war der Grund für die Übernahme der Zeltvermietung Nock?

Wirbauen damit unsere Stellung bei der Vermietung von Zelten massiv aus. Rund 40 Zelte in verschiedensten Grössen sowie zahlreiche Tribünen stehen neu bei uns im Lager.

Mit dieser Übernahme wird der Circus Monti zu einem der führenden Zeltvermieter Europas und stärkt einen wichtigen Geschäftszweig. Zu den Kunden gehören auch grosse Veranstaltungen wie das Arosa-Humor-Festival, das Paléo-Festival in Nyon oder das Gurten-Festival in Bern. Fredy Nock seinerseits hat für sein gut gehendes Geschäft keine Nachfolge gefunden.

Welche Bewilligung braucht es, um Zelte und Infrastruktur aufzustellen?

Grundsätzlich braucht es eine Reisenden-Gewerbe-Bewilligung. Diese wird bei der zuständigen kantonalen Stelle beantragt, sie gilt für ein Jahr. Darin muss nachgewissen werden, dass die Zeltbauten geprüft sind und eine Haftpflichtversicherung mit entsprechender Deckung vorliegt. 

Die Zeltbauten werden für die Schweiz alle fünf Jahre vom TÜV geprüft. Die Prüfungen vor Ort unterscheiden sich stark. An gewissen Orten wird sehr genau geprüft und an anderen überhaupt nicht. Einzig die Feuerpolizei kommt fast an allen Gastspielorten für eine Kontrolle. Ich vermute, dass Prüfungen mitunter unterlassen werden, damit keine Verantwortung übernommen werden muss.

Welches sind die Risiken eines Zeltes?

Witterungseinflüsse bergen die grössten Gefahren. Wind kann bei offenen Zelten gefährlich werden, wir müssen die Notausgänge fürs Publikum jedoch offen halten. Vorausschauende Wetterbeobachtung bringt uns den Vorteil, dass wir eine Show rechtzeitig absagen oder abbrechen können. Unsere Zelte sind für eine Windgeschwindigkeit bis 120 km/h ausgelegt. Ab 80 km/ muss evakuiert werden. Schnee kann zu einer zu hohen Last für ein Zelt führen und muss durch Heizen oder Abspritzen entfernt werden. Beim Material gibt es immer wieder Verbesserungen, was nicht zuletzt zu weniger nächtlichen, wetterbedingten Wachdiensten führt.

Wie wird die Arbeitssicherheit bei Monti behandelt?

Helm, feste Schuh, Handschuhe und Warnwesten gehören schon lange zum Standard. Wir lernen beim Circus durch Erfahrung, grössere Zwischenfälle hatten wir zum Glück noch keine. Die junge Generation bringt hierbei die grössten Veränderungen, die ich oft erst im Nachhinein als sehr sinnvoll erachte. Durch die veränderte Tourneeplanung (10 anstatt 45 Spielorte) haben wir mehr Zeit für den Auf- und Abbau, was auch ein mehr an Sicherheit bedeutet und nicht zuletzt einen geringeren Materialverschleiss. 

Wie gehen die Artisten und Akrobaten mit den Risiken ihrer Darbietungen um?   

Die Artisten, die wir verpflichten, kommen in der Regel mit fertigen Nummern zu uns. Meist lernen sie ihre Darbietungen in Circusschulen. Da lernen sie auch, sich den Umständen entsprechend vernünftig zu sichern.

Wir erlauben uns zu behaupten, dass wer seine Nummer dreimal in einer Stunde aufführen kann, als genügend ausdauernd gilt und die nötige Routine für die Show hat.

Wie sehen Sie die Zukunft des Circus?

Circus ist sicher kein Auslaufmodel. Ich glaube, dass die Leute auch noch in zehn Jahren in den Circus gehen werden, wenn wir das Programm entsprechend attraktiv gestalten. Wir werden auch zukünftig internationale Artisten verpflichten, das Programm von einem Kreativteam gestalten lassen und aufwändige Bühnenbilder produzieren. 

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