Sicherheitsplanung

Akrobatik, Artistik und Stunts

Das immer Höher, Weiter, Schneller macht auch vor den besonderen szenischen Darstellungen keinen Halt. Dazu gehören Sensationsdarstellungen wie Stunts, Akrobatik und Artistik in TV-Shows, Zirkus, Theater und an Events.

Allgemeine Informationen

Von artistischen Aufführungen dürfen keine Gefährdungen für andere Personen ausgehen. Ziel muss neben der Wahrung der künstlerischen Freiheit sein, Künstlern und anderen Personen die körperliche Unversehrtheit zu gewährleisten. So kann dem Künstler/Darsteller zwar kaum in die Ausführung seiner Darbietung „hineingeredet“ werden, so lange er nur sich selbst gefährdet. Sobald jedoch weitere Personen von seinem Wirken betroffen sind, muss er sich an nötige Einschränkungen halten. Der Wirkungsradius um den Darsteller herum nennt sich Gefahrenbereich. Ein weiterer Bereich ist der Sicherheitsbereich, also der Mindestabstand, der zwischen dem Gefahrenbereich und dem Publikum einzuhalten ist. Besondere szenische Darstellungen müssen ausreichend geprobt werden. Die Schwelle des artistisch Machbaren richtet sich dabei unter anderem in besonderem Masse nach dem Können des Darstellers und nach der jeweiligen Übung und Erfahrung. In einer Risikoanalyse können die Gefährdungen einer geplanten „Aktion“ genau erörtert werden. Die dabei zu verwendende Methode TOP (technische, organisatorische, persönliche Massnahmen) kann in diesem Kontext oft nicht angewandt werden. Das von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung herausgegebene Schriftstück "Veranstaltungs- und Produktionsstätten für szenische Darstellung" kann bei gefährlichen szenischen Vorgängen (siehe § 20), artistischen Darstellungen (siehe § 21) und Tieren (siehe § 31) Hilfestellung bei der Umsetzung von Unfallverhütungsmassnahmen bieten. Da sich diese Publikation jedoch auf Deutsches Recht beruft, kann sie in der Schweiz zum derzeitigen Zeitpunkt allenfalls als Empfehlung angesehen werden. Dies gilt auch für die nebenstehenden Links. 

Zusatzinformation: Künstler, Medientechnik, Sicherheit

Bei artistischen Aufführungen stellt sich die Frage nach der richtigen Dimensionierung der Hängepunkte.
Die Beuth-Hochschule in Berlin beschäftigt sich mit dynamischen Lasten bei artistischen Aufführungen.
Zunächst einmal hat man sich die Frage gestellt, welche artistischen Darbietungen am Häufigsten in Veranstaltungsstätten dargeboten werden. Dabei stiess mann auf Trapez- und Tuch-Darbietungen.
In einem weiteren Schritt verglich man Technial Rider verschiedener Artisten in Bezug auf die darin geforderte Dimensionierung der Hängepunkte.

Die zu erwartenden auftretenden Kräfte wurden zunächst rechnerisch ermittelt und dann bei praktischen Versuchen mit Hilfe von Lastmesszellen gemessen. 
Es wurde festgestellt, dass Tücher im Gegensatz zu Seilen eine höhere Dämpfung aufweisen.
Am Trapez wurden normale Schwünge mit dem 1,5- bis 2-Fachen des Körpergewichts erfasst bzw. gemessen.

Bei Sprüngen wirkten Kräfte von bis zum 9-Fachen des Körpergewichts des Artisten.
 
In den anfangs studierten Technical Ridern der Artisten waren teils gravierende Abweichungen gefordert, so war in einem der Technical Rider ein Hängepunkt von gerade einmal 100 kg gefordert. Bei einem angenommenen Gewicht eines Artisten von 55 kg (+ 5 kg für das Seil und das Trapez) müsste der Hängepunkt also eigentlich für mindestens 540 kg ausgelegt sein, um den dynamischen Kräften standhalten zu können. Eine Sicherheitsmarge ist dabei noch nicht berücksichtigt. Die angegebenen Daten sind nicht massgebend, sondern vermitteln einen ersten Eindruck. Die Forschungsarbeit der Beuth-Hochschule steht am Anfang – es kann in den nächsten Jahren mit verbindlichen Angaben gerechnet werden.

TA 2015

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