Sicherheitsplanung

Barrierefreie Veranstaltung

Für Menschen mit einer Seh-, Hör- oder Mobilitätsbehinderung können eine schlechte Signaletik, Treppen oder zu hoch angebrachte Bedienungselemente in einer Veranstaltungsstätte zu unüberwindbaren Barrieren werden. Auch Familien, alte Menschen oder vorübergehend in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen haben bestimmte Bedürfnisse an die Infrastruktur und die Einrichtung einer Veranstaltung. Was ist im Umgang mit diesen Personengruppen wichtig, welche baulichen Massnahmen sind erforderlich?

Allgemeine Informationen

Das Gleichstellungsgesetz definiert Menschen mit Behinderungen so: Eine Person, der es eine voraussichtlich dauernde körperliche, geistige oder psychische Beeinträchtigung erschwert oder verunmöglicht, alltägliche Verrichtungen vorzunehmen, soziale Kontakte zu pflegen, sich fortzubewegen, sich aus- und fortzubilden oder eine Erwerbstätigkeit auszuüben.

Bauten (z. B. Treppen) können ein Hindernis für Behinderte darstellen, dabei gilt ein Aufwand von bis zu 20 % der Bausumme für behindertengerechtes Bauen als verhältnismässig. (1)

Für in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen sind u. a. folgende Punkte auf einer Veranstaltung wichtig: Behindertenparkplätze müssen gross genug sein, damit ein seitliches Aus- und Umsteigen vom Auto in den Rollstuhl möglich ist. Gut beleuchtete Wege ohne Schwellen und Barrieren. Erhöhte Plätze mit Platz für eine sitzende Begleitperson, wenn dies die Sichtverhältnisse erfordern. Auf einzelnen Podesten fühlen sich die Rollstuhlfahrer schnell ausgestellt. Auch sollte ein Tragen der behinderten Person bzw. des Rollstuhls vermieden werden, da dies für die Betroffenen eine unangenehme Zurschaustellung sein könnte. Rampen dürfen laut Gesetz eine Steigung von max. 6 % Aufweisen, ein sportlicher Rollstuhlfahrer kann jedoch eine Rampe bis zu 12 % Neigung selbstständig überwinden. Das gastronomische Angebot (Speisen, Getränke, Preislisten) sollte erreichbar und sichtbar sein. Keiner lässt sich gerne erzählen, was es zu Essen gibt, wenn er es mit eigenen Augen ansehen könnte. Saubere Behindertentoiletten müssen bereitstehen. In den Links gibt es zahlreiche Tipps und Vorgaben, wie eine Veranstaltung oder ein Veranstaltungsort behindertengerecht realisiert werden kann. Gerade bei Open-Air-Veranstaltungen lässt sich jedoch nicht immer alles umsetzen. Im oben stehenden Text sollen die wichtigsten Punkte für einen barrierefreien Zugang genannt sein. Die Anforderungen für einen Veranstaltungsbesuch von seh- oder hörbehinderten Menschen befinden sich auf der Website „Zugangsmonitor“. Ein Veranstaltungsareal, welches seine bauliche Struktur für mobilitätseingeschränkte Personen optimiert hat, ist generell auch familienfreundlich, da Kinderwägen ebenfalls Rampen benötigen. Eine Ausnahme ist der Schutz von Kindern gegen Absturz – diese Funktion erfüllen Geländer und Brüstungen bei Gebäuden. Kinder sind durch ihre Neugier und ihren Übermut besonders gefährdet, Senioren durch ihre altersbedingten Veränderungen beim Gehen und der Sehfähigkeit sowie durch mögliche Schwächeanfälle. Erfahrungsgemäss kann mit geeigneten bautechnischen Massnahmen eine beträchtliche Anzahl von Unfällen vermieden werden. (2)

(1) Behindertengleichstellungsgesetz

(2) Beratungsstelle für Unfallverhütung – Geländer und Brüstungen 

Zusatzinformation: Betreiber

Ein besonderes Augenmerk muss im Entfluchtungsfall auf Behinderte und auf Familien mit Kindern gelegt werden. In der Mobilität eingeschränkte Personen benötigen Hilfe beim Ausfall der Fahrstühle. Die Evakuierung über Treppen ist zeitaufwändig, benötigt geschultes Personal sowie die Bereitschaft des Behinderten, seinen Rollstuhl zu verlassen. Ein Evakuierungsstuhl kann dabei das richtige Hilfsmittel sein. Behinderten Menschen sollte wenn möglich immer die Chance zur Selbstrettung gegeben werden. Familien mit Kindern gehören zu den Personengruppen, die eine Veranstaltungsstätte am langsamsten verlassen. Eltern warten auf ihre Kinder, Kinder gehen zwischen den vielen flüchtenden Personen schneller verloren. 

TA 2015

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