Ticketing

Tickets: Auf Papier, am Arm oder auf dem Handy?

Welche Ticketarten gibt es? Was sind digitale Zutrittssysteme? Welche Services sollen dem Besucher angeboten werden? Sollen die Besucherzahlen über das Zutrittssystem erfasst werden? Eine Übersicht.

Allgemeine Informationen

Welcher Tickettyp für welche Veranstaltung der passende ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Ist ein Wiedereintritt möglich? Wie komplex ist das Veranstaltungsareal unterteilt? Sollen dem Kunden weitere Services angeboten werden? Um eine maximale Befüllung des Veranstaltungsareales zu gewährleisten, eine Überfüllung jedoch zu vermeiden, müssen die Besucher gezählt werden. Wenn die Besucher von Teilarealen gezählt und wenn Zutrittsberechtigungen vergeben werden sollen, stösst ein analoges Zählsystem (Handklicker) schnell an seine Grenzen. 

QR-kodierte Papiertickets werden mit einem Scanner beim Einlass kontrolliert. Ein Wiedereintritt ist theoretisch möglich dieser hat sich allerdings aufgrund des hohen Personalaufwands als nicht praktikabel erwiesen. Bei den meisten Veranstaltungen wird das Ticket vor dem Einlass gegen ein Armband (immer öfter mit RFID-Chip) oder einen Stempel auf dem Unterarm eingetauscht. Mit diesem System wird allerdings nur erfasst, wer das Veranstaltungsgelände betritt, und nicht, wer es verlässt. Um die maximale Zahl der Anwesenden zu ermitteln, müssten für VIP, Gäste, Künstler und Mitarbeiter ebenfalls Tickets erstellt werden.

Das mobile oder das Handyticket, wie wir es vom Bahnticket her kennen, wird bereits als Eventticket verwendet. Dabei gibt es SMS/MMS- oder App-Varianten, bei denen Texte oder 2D-Barcodes versendet werden. Bei der Barcode-Variante kommt – wie beim Papierticket – ein  Lesegerät zum Einsatz.

Bei der zukunftsträchtigen Near Field Communication (NFC) 1 werden RFID-Chips auf den SIM-Karten von Mobiltelefonen platziert, die von Lesegeräten aus nächster Nähe gelesen werden können. Statt Papiertickets an Verkaufsstellen, Ticketautomaten oder Einfahrtssäulen zu beziehen, benutzt der Kunde sein Handy als Ticket. Zum Nachteil werden hier die geringe Datensicherheit und die Tatsache, dass ein Mobiltelefon von einer Person zur nächsten weitergegeben werden kann.

Die elektronische Besuchererfassung und -kontrolle hat sich vor allem bei grösseren Veranstaltungen mit mehreren Ein- und Ausgängen durchgesetzt. Hierbei hat sich die Radio Frequency Identification (RFID) 2 durchgesetzt, die aus der Diebstahlsicherung in Warenhäusern bekannt ist. Für diese Technik werden ein Sender (Tag) und ein Empfänger (Reader) benötigt. Auf Veranstaltungen werden bei Einlasskontrollen meist passive Tags verwendet, die ihre Stromversorgung durch die Wellen des Empfängers erhalten. Deshalb ist beim Auslesen des  Readers durch den Tag ein Abstand bis maximal 50 cm möglich. RFID-Chips werden in Einweg- und wiederverwendbaren Armbändern sowie in Plastikkarten verwendet.

Das Unternehmen Simply-X bietet mit „Merge“ ein Armband mit einem Chip anstelle eines regulären Papierarmbandes. Auf dem Chip sind alle wichtigen Informationen gespeichert, z. B. Guthaben, Bonuspunkte oder Zutrittsberechtigungen. Es können also Zutrittsberechtigungen für einzelne Veranstaltungsareale wie VIP, Backstage oder Camping vergeben werden. Damit ist der Veranstalter mit Hilfe von Vereinzelungsanlagen wie etwa Drehkreuzen in der Lage, mit wenig Personal eine schnelle Zutrittskontrolle zu bewerkstelligen.

Digitale Ticketsysteme wie RFID, Mobile Ticketing und NFC sind auf dem Vormarsch, Print@Home oder das klassische Papierticket werden bei grossen Events auf lange Sicht zu Auslaufmodellen. Immer mehr Freizeiteinrichtungen (Bäder, Stadien etc.) nutzen die RFID-Technologie und bereiten ihre Zutrittssysteme auf die NFC-Technik vor.

1 n-tree - Handy-ticketing

1 ticketscript - Handy-ticketing

2 wikipedia RFID 

2 Bakom - Radio Frequency Identification Devices - RFID

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!