Veranstaltungstechnik

Laser

Je nach Einwirkdauer und Intensität stellen Laserstrahlen eine unterschiedlich starke Gefahr dar. Dies gilt für Showlaser gleichermassen wie für Laserpointer, Lasermessgeräte und ähnliche Geräte.

Allgemeine Informationen

Veranstaltungen, auf denen Showlaser der Klassen 1M, 2M, 3R, 3B oder 4 zum Einsatz kommen, müssen mind. 14 Tage im Voraus schriftlich durch den Veranstalter bei der zuständigen Gemeinde angemeldet werden. Lasereinrichtungen sind je nach Einsatzort (z. B. nahe Fluglinien oder ökologisch sensiblen Gebieten) der Luftfahrtbehörde sowie der Umweltschutz- und Seepolizei zu melden. Im Publikumsbereich darf die Laserstrahlung nicht stärker als die maximal zulässige Bestrahlung (MZB-Werte) nach der Norm 60825-1 sein. Als Publikumsbereich gelten 3 m oberhalb und 2,5 m seitlich der Flächen, auf denen sich das Publikum aufhalten kann. Laut Schall- und Laserverordnung (Art. 10 SLV) muss dabei die technische Leitlinie IEC 60825–3 eingehalten werden.

Gefahr durch Laserpointer: Das Eidgenössische Starkstrominspektorat ESTI hat als Marktaufsichtsbehörde in der Allgemeinverfügung vom 2. Mai 2011 die verbotenen Laserpointer präzisiert. Das Inverkehrbringen von Laserpointern (LP) der Klasse 3B und 4 ist untersagt. LP, die über das Internet aus dem Ausland bezogen werden, verfügen oft über ein Vielfaches bis hin zum Tausendfachen der zulässigen Strahlungsleistung. Linsen bzw. Aufsätze können die Strahlen von LP mit zulässiger Strahlungsintensität derart bündeln, dass für Haut und Augen eine erhebliche Gefährdung entstehen kann. Ebenfalls besteht bei sehr hoher Laserstrahlung durch Showlaser und LP Brandgefahr.

Zusatzinformation: Medientechnik, Veranstalter/Agentur

Showlaseranlagen müssen gemäss EN 60825–1 professionell geplant und betrieben werden. Alle Beteiligten, vom Entwurf über die Installation bis zum Bediener, müssen genügend ausgebildet sein. Für den Bedienenden bzw. Operator gelten folgende Anforderungen:

  1. Vertraut machen mit den Betriebsabläufen der Geräte
  2. Die richtige Anwendung des Laserschutzes zur Abwendung von Gefahren, Einsatz von Warnschildern etc. Die Ausbildung der Bedienungsperson sollte gemäss EN 60825–1 mindestens die Notwendigkeit des Personenschutzes sowie Verfahren der Unfallaufnahme thematisieren.
  3. Biologische Wirkungen des Lasers auf das Auge und die Haut 1

Das Eidgenössische Institut für Metrologie (METAS) hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) ein neues Beurteilungssystem entwickelt: den Laser Show Risk Analyzer (LASRA). Der LASRA misst vor Ort die geplante Lasershow in Echtzeit. Überschreitet die Show den Grenzwert, kann mit den Veranstaltern nach Lösungen gesucht werden. Oft reichen kleine technische Anpassungen, um das Risiko zu minimieren und die Grenzwerte der SLV einzuhalten. Das neue Messsystem soll deshalb sichere Lasershows ermöglichen und nicht Lasershows verbieten.2

1 Eidgenössisches Institut für Metrologie METAS – LASRA: Lasershows genau Messen

2 Eidgenössisches Institut für Metrologie METAS – Risikobeurteilung von Lasershows

Zusatzinformation: Künstler

Gefahr durch Laserstrahlung: Durch die starke Bündelung des Laserstrahles kann die gesamte Energie der Strahlung auf einen geringen Querschnitt konzentriert werden. Wird der Mensch von diesem Strahl getroffen, können Gesundheitsschäden hervorgerufen werden. Neben Verbrennungen der Haut besteht insbesondere die Gefahr von Augenverletzungen. Je nach Wellenlänge (Farbe) des Lasers kann der Strahl bis zur Augennetzhaut gelangen und diese zerstören. Unter Berücksichtigung der Unfallschwere ist daher der Gefährdung der Augen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Müssen sich Personen z. B. aus szenischen Gründen im Showlaserbereich aufhalten, so sind geeignete Schutzmassnahmen wie Augenschutz, Markierungen, oder einstudierte Bewegungsabläufe zu treffen. Diese Personen sind über die Gefährdungen und die Schutzmassnahmen zu informieren. Die Unterweisung soll durch den Bediener bzw. Operator der Anlage erfolgen.1

Empfohlene Massnahmen:

  • Laserbereiche nicht betreten, wenn ein Schild vor Laserstrahlen warnt
  • Szenenflächen erst nach Freigabe durch den verantwortlichen des Showlasers betreten
  • Proaktiv nach Verhaltensregeln/Sicherheitsmassnahmen fragen

1 DGUV I 203-036 (BGI 5007 – Lasereinrichtungen für Show- und Projektionszwecke) 2004-10

Links extern

DGUV I 203-036 (BGI 5007 – Lasereinrichtungen für Show- und Projektionszwecke) 2004-10                                                                                

SUVApro – Achtung Laserstrahl

TA 2015

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!